Arten zählen - zwei Millionen Gärten werden zum größten Forschungsgebiet Österreichs

Arten zählen - zwei Millionen Gärten werden zum größten Forschungsgebiet Österreichs

Shortlist
Einreicher FREUDE
Kunde/Auftraggeber GLOBAL2000
Agentur FREUDE
Kurzzusammenfassung des Projektes Über zwei Millionen Privatgärten in Österreich – und niemand weiß, was darin lebt. artenzählen.at macht Gartenbesitzer:innen mit dem Smartphone zu Forschenden und schließt eine echte Lücke im naturwissenschaftlichen Artenmonitoring.
Beschreibung des Kampagnenziels Von Österreichs 21 Amphibien- und 15 Reptilienarten ist jeweils mehr als die Hälfte gefährdet. Über ihr Vorkommen in Privatgärten weiß die Wissenschaft jedoch fast nichts – Forschende haben keinen Zutritt zu zwei Millionen Grundstücken. Genau dort verstecken sich Frosch, Molch, Salamander und Ringelnatter aber besonders gern. Ziel war, diese blinde Stelle zu schließen: belastbare Daten für die neue Rote Liste zu gewinnen und Menschen für Arten zu interessieren, die sie täglich übersehen.
Beschreibung der aus dem Kampagnenziel abgeleiteten Idee Der eigene Garten wird zum Forschungsgebiet, das Smartphone zum Messinstrument. Wer ein Tier entdeckt, fotografiert oder filmt es, lädt die Aufnahme auf artenzählen.at hoch und verortet den Fundort – anschließend beantwortet er einige Fragen zum Garten selbst. Expert:innen bestimmen die Art anhand des Materials. Aus einer Beobachtung im Beet wird so ein Datensatz im nationalen Biodiversitätsmonitoring. Die Idee kehrt das Verhältnis um: Nicht die Forschung kommt in den Garten, sondern der Garten kommt in die Forschung. Und wer mitmacht, erfährt als Erster, wer da eigentlich bei ihm wohnt.
Beschreibung der Ideenumsetzung Die Plattform führt in wenigen Schritten durch die Meldung: Artengruppe wählen, Aufnahme hochladen, Fundort auf der Karte setzen, Fragen zum Garten beantworten – ausdrücklich auch mit der Option 'Weiter ohne Sichtung', weil auch das Nichtvorkommen ein Datenpunkt ist. Herpetolog:innen prüfen jede Einsendung und bestimmen die Art aus Foto, Video oder Tonaufnahme. Parallel werden die gemeldeten Gärten per Luftbild ausgewertet, um zu verstehen, welche Gartenstrukturen Arten begünstigen. Die Ergebnisse fließen in den Biodiversitäts-Atlas Österreich und in die Rote Liste. Der Film erklärt den Ablauf entlang eines Forschers des Naturhistorischen Museums Wien und macht die Tiere zu Hauptdarstellern.
Was macht dieses Projekt preiswürdig? CSR heißt hier nicht Spende, sondern Infrastruktur. Die Kampagne und beworbene Initiative erzeugt ein öffentliches Gut, das es vorher nicht gab: Daten über Arten, die in keiner Erhebung auftauchen, weil ihr Lebensraum hinter Gartenzäunen liegt. Diese Daten gehen in den Biodiversitäts-Atlas Österreich und in die Rote Liste ein und werden damit zur Grundlage für Schutzmaßnahmen weit über die Kampagne hinaus. Sie schafft Bewusstsein, indem sie das Bedrohte ins Vertraute holt: nicht der ferne Regenwald ist das Thema, sondern der Molch im eigenen Teich. Sie regt zum Umdenken an, weil sie den Privatgarten vom Dekorationsobjekt zum Habitat erklärt. Und sie motiviert zu Engagement mit der niedrigsten denkbaren Hürde: hinsehen, fotografieren, hochladen. Bemerkenswert ist die Allianz dahinter: Universitäten, Fachgesellschaft und NGOs teilen sich eine Kampagne statt jeweils eigener.
Kampagnen URLs https://www.artenzählen.at, https://www.global2000.at/biom-garten
Erfolgsnachweis Der belastbarste Nachweis ist der wissenschaftliche Anschluss: Die Meldungen fließen in den Biodiversitäts-Atlas Österreich und in die neue Rote Liste ein. Die Kampagne endet also nicht mit ihrer Laufzeit, sondern wird Teil der nationalen Datengrundlage. Getragen wird sie von einer ungewöhnlichen Allianz aus Universität Wien, TU Wien, Universität für Weiterbildung Krems, Naturschutzbund, Österreichischer Gesellschaft für Herpetologie und GLOBAL 2000, gefördert aus dem Biodiversitätsfonds des Klimaschutzministeriums.

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